Die Frage ist bedeutend komplexer, als sie auf den ersten Blick aussieht! Um sie zu beantworten, müsste man zuerst definieren, was denn ganz generell eine Krankheit ist. Das ist versucht worden, auch von offizieller Seite. Darum gibt es viele Definitionsansätze, von denen die meisten in eine ähnliche Richtung gehen.

Doch bevor man Krankheit definieren will, wäre es eigentlich logisch, sich zuerst die Frage zu stellen, was denn überhaupt Gesundheit ist. Auch hier gibt es viele Definitionsansätze und auch jene der Wissenschaft werden immer umfassender (und damit zwangsweise auch unschärfer). Im Medizinalrecht bspw. versteht man unter physischer Gesundheit, Zufriedenheit mit dem eigenen Körper, Gefühle von Ruhe, Musse und Ausgeglichenheit, Vitalität und Lebensfreude, nachlassende Anspannung und angenehme Müdigkeit, Genussfreudigkeit, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, Gepflegtheit, Frische und angenehmes Körperempfinden; zur psychischen Gesundheit gehören Selbstakzeptanz, Kontrolle über die Umwelt, sinnerfülltes Leben, persönliches Wachstum sowie positive soziale Beziehungen.

Was „Krankheiten im engeren Sinne“ betrifft, gibt es zwei Klassifikationssysteme: Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) der American Psychiatric Association (APA) in seiner 4. Auflage und die International Classification of Disorders (ICD-10) der World Health Organization (WHO), gegenwärtig in der 10. Auflage. 

Nur der ICD-10 führt Burnout auf (unter der Diagnoseziffer Z73.0), aber nicht als Diagnose i.e.S, sondern als sog. Zustandsbild, fast ohne Definition. Schon aus diesem Grunde verwenden Ärzte und Therapeuten Burnout ungern als eigentliche Haupt-Diagnose, resp. diagnostizieren es mit einer anderen Krankheit zusammen.

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