Differentialdiagnostische Aspekte
Unter Differentialdiagnose versteht man eine Liste von unterschiedlichen Krankheiten (Diagnosen), die zu dem individuellen Krankheitszustand (Symptome) passen könnten. Durch entsprechende Zusatzfragen oder weitere Untersuchungen muss der Arzt herausfinden, welche der möglichen Diagnosen die Zutreffende ist.
Natürlich ist es nicht Aufgabe des Patienten, diese differentialdiagnostischen Überlegungen schon vor dem ersten Arztbesuch durchgespielt zu haben. Damit soll nicht gesagt sein, dass Patienten nicht eventuell zu solchen Überlegungen fähig sein könnten.
Hier gilt es, sich Folgendes vor Augen zu halten:
- In einem Zustand, in dem man sich „ausgebrannt“ vorkommt, kann schnell die notwendige Energie und Kraft fehlen, sich die nötigen Informationen zusammenzusuchen, und die entsprechenden Überlegungen anzustellen.
- Doch gerade in einem Burnout glaubt mancher, sich erst recht überperfekt präsentieren zu müssen – ein Anspruch, den man im ausgebrannten Zustand schwerlich nachkommen kann.
- Somit kann sich die Hilfesuche verzögern, der Zustand sich verschlechtern und die Heilungschancen können sich verringern.
Der Patient sollte also keine Zeit mit der Frage verschwenden, ob sein Zustand medizinisch als Burnout, Depression oder etwas anderes bezeichnet wird. Dies ist Aufgabe des Arztes! Für den Patienten ist der viel wichtigere Schritt, sich darüber klar zu werden, ob er Abklärung und Hilfe braucht; und falls ja, wo er diese erhalten kann.


