Literatur
Wenn Sie sich, aus welchem Grunde auch immer, für das Thema interessieren und nun mehr lesen möchten, dann finden Sie ein breites Angebot vor. Eine Suche bei Goggle von Ende 2006 fand 164 Buch-Titel in deutscher Sprache. Darunter sind etliche Doubletten — Bücher, die auch noch in älteren Auflagen zu haben sind —, Doktorarbeiten und Spezialitäten für einen sehr kleinen Leserkreis. Die internationale Fachliteratur (meist englischsprachig) umfasst ca. 7000 Titel, meist Aufsätze in Fachzeitschriften, die eh nur schwer zugänglich sind.
Swiss Burnout möchte in diesem Stimmengewirr, das teils auch widersprüchlich ist, vorerst keine Position beziehen. Dennoch folgen hier Leseempfehlungen, nur minimal kommentiert. Sollte Ihr Lieblingsbuch nicht dabei sein, heisst das nicht, dass wir es nicht schätzen; vielleicht kennen wir es nur nicht....
Sog. „Lebenshilfe-Bücher“ haben wir nicht aufgenommen. Nicht, weil wir sie nicht schätzen, sondern weil hier der persönliche Geschmack, die „Passung“ von Leser(in) und Buch die entscheidende Rolle spielt. Das ultimative „Anti-Burnout-Programm“, das auch noch für jede(n) gangbar ist, kennen wir nicht! Hier muss jede(r) den eigenen Weg finden — und u. U. auch das eigene „Lieblings-Buch“!
Wenn Sie nur ein Buch zum Thema lesen wollen:
- Burisch, M. Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung. Springer-Verlag, Heidelberg. 3. Aufl. 2006.
Das deutschsprachige Standardwerk zum Thema. In der neuen Auflage auch mit „Hilfen zur Selbsthilfe“; dennoch kein Lebenshilfe-Buch.
- Cherniss, C. Jenseits von Burnout und Praxisschock. Beltz-Verlag, Weinheim, 1995.
Fallgeschichten von knapp 30 amerikanischen New Public Professionals, über 12 Jahre begleitet. Ein Lesebuch, das zur Identifikation anregt, aber auch viele tiefe Einsichten liefert.
- Hillert, A. & Marwitz, M. Die Burnout-Epidemie, oder Brennt die Leistungsgesellschaft aus? Beck, 2006.
Kluge und materialreiche Analyse von zwei Klinik-Therapeuten, die nicht nur ihre — oft unerfreulichen — Erfahrungen berichten, sondern auch den ganzen Begriff gegen den Strich bürsten. Erfrischend.
- Pines, A., Aronson, E. & Kafry, D. Ausgebrannt. Vom Überdruss zur Selbstentfaltung. Klett-Cotta, Stuttgart. 3. Aufl. 2001.
Das erste Buch zum Thema, das auf deutsch erschien. Leicht lesbar.
- Unger, H.-P. & Kleinschmidt, C. Bevor der Job krank macht. Kösel, München, 2. Aufl. 2007. Nach Einschätzung der Autoren primär ein Präventionsbuch.
Sachliche Schreibe, anregende Überlegungen, viele gut recherchierte, aktuelle Informationen. Sehr empfehlenswert.
Wenn Sie am Thema (auch) wissenschaftlich interessiert sind:
- Schaufeli, W. & Enzmann, D. The Burnout Companion to Study & Practice. Taylor & Francis, 1998.
Unentbehrlich für jede(n), der sich dem Thema wissenschaftlich nähern möchte. Der Forschungsstand von damals ist leider nicht überholt.
- Rösing, I. Ist die Burnout-Forschung ausgebrannt? Asanger-Verlag, Heidelberg. 2005.
Sozusagen das Update zu Schaufeli & Enzmann (s.o.), plus eine Radikalkritik der Burnout-Forschung, die leider berechtigt ist.
- Kleiber, D. & Enzmann, D. Burnout. Eine internationale Bibliographie. Hogrefe, 1990.
Damals der allumfassende Literatur-Schatz, leider mittlerweile überholt. Wer flächendeckend arbeiten möchte, braucht diese Bibliographie dennoch.


